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Zweitausendeins Frankfurt

Eine Institution soll bleiben.

von: Manni - 05•07•13

Der Zweitausendeins Frankfurt lebt weiter.

Der Laden Zweitausendeins Frankfurt war der erste einer Kette von Läden und eines Versandes, der über mehrere Jahrzehnte preiswerte Bücher und Schallplatten, später auch für CDs und Videos stand. Nach einer Übernahme 2006 durch die Gebrüder Kölmel und eines sich wandelnden Marktes in den letzten Jahren, wurden nun die meisten Läden geschlossen. Nicht so das „Stammhaus“ Zweitausendeins Frankfurt.

Zwei langjährige Mitarbeiter Konrad Künkel und Robert Egelhofer haben sich zu einer „freundlichen Übernahme“ des Zweitausendeins Frankfurt entschlossen und feiern diese

mit Ebbelwoi, Brezeln und Live-Musik am:

Samstag, 6. Juli, ab 10 Uhr
Kornmarkt 14

60311 Frankfurt am Main

Bild: Zweitausendeins Frankfurt

Zweitausendeins Frankfurt

Preiswert zu sein war immer Programm des Zweitausendeins.

Was einst mit „verramschen“ der Restauflagen von Büchern und Schallplatten begann, entwickelte sich schnell zu mehr als einem „Ramschladen“. Neben dem Ursprungsgeschäft schafften die Gründer Lutz Kroth und Walter Treumann es schnell, eigene Ausgaben von vergriffenen Büchern und Zeitschriften ins Programm aufzunehmen. Als ein weiterer Geschäftsführer, Wolfgang Müller, einstieg wurde der Vertrieb von Tonträgern ausgeweitet. Wer billige Restauflagen suchte, kam um den Zweitausendeins nicht herum. Im eigenen Verlag wurden dann auch bald Bücher von meist etwas anderen Autoren verlegt. Er wurde zur Einkaufs-Institution für die Generation der 68er sowie der Schüler und Studenten.

Das Merkheft des Zweitausendeins

Die jüngeren Generationen werden sich unter dem Merkheft des Zweitausendeins nichts vorstellen können. Es war der ungewöhnliche Katalog dieses Geschäfts. Kleiner als ein A6-Umschlag, kleingedruckt und in schwarz-weiß auf extrem dünnen Papier, wurde dieser Katalog schnell zum Kultobjekt. Das Vorwort von Lutz Kroth bzw. des „anonymen“ Bertel Schmitt und die kleine Schlusskolumne von Annemarie Susemihl (†1997) förderten den Kultstatus des Merkhefts.

Meine Zeit mit und im Zweitausendeins Frankfurt

Mir liegt der Zweitausendeins Frankfurt auch am Herzen, weil ich von Anfang an Kunde in diesem Laden war. Durch dieses Geschäft lernte ich u. a. die Bücher von Boris Vian, Lichtenberg und Douglas Adams kennen. Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde ich einer der Mitarbeiter des Zweitausendeins Frankfurt und erlebte dort während meiner 14-jährigen Tätigkeit eine wirklich schöne Zeit in einem tollen Team.

Ich wünsche Konny Künkel und Robert Egelhofer eine erfolgreiche Zukunft.

Text: („Zweitausendeins Frankfurt – Eine Institution soll bleiben.“) von Manni
Creative Commons Lizenzvertrag

Bild: („Zweitausendeins Frankfurt“) von Eva K.  unter folgender Lizenz:

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4 Kommentare

  1. Sabienes sagt:

    Ich bin mir sicher, dass ich so ein Merkheft mit seiner extrem kleinen Schrift gar nicht mehr lesen könnte 😉
    Was habe ich da alles bestellt! Und dann doch nicht abgeschickt, weil das Geld so knapp gewesen ist …
    LG
    Sabienes

    • Manni sagt:

      Das Merkheft haben sie schon vor ein paar Jahren etwas größer gemacht. Wahrscheinlich auch wegen der nicht mehr ganz jungen Stammkundschaft. Meine ersten Platten vom Zweitausendeins waren übrigens auch mangels Geld nicht bezahlt, auch wenn sie billig waren.

      Ich glaube viele Schüler und Studenten (runnergesetzte Fachbücher) haben dort auch eingeklaut. Aus Erzählungen kenne ich einen Fall aus Hamburg. Dort soll Anfang dieses Jahrtausends plötzliche ein Prof. einer amerikanischen Uni aufgetaucht sein und einen Scheck über 3000€ auf die Ladentheke gelegt haben.

      Seine Worte dazu: „Ohne die vom Zweitausendeins geklauten (Fach-)Bücher hätte er sicher sein Studium nicht mit einem solchen Erfolg abgeschlossen und würde heute nicht so gut dastehen. Mit dem Scheck wolle er sein Gewissen erleichtern.“

  2. Bulitta,Bernhard sagt:

    zum Thema merkheft zweitausendeins
    Hi ihr zweitausendeinsfreaks,gibts da jemand, welcher
    alle merkhefte des zweitausendeins evt. noch hat, oder
    merkhefte digitalisieren kann , bevor die merkhefte digital erschienen sind und eventuell noch anderen interssierten bereitstellen kann?

    • Manni sagt:

      Hmm, da weiß ich ein zwei Sammler der ersten Stunde. Muss ich mal prüfen und dann hier evtl. verlinken.,

      LG
      Manni