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Kinder haben und sich drum kümmern

von: Manni - 05•03•11

Jeden Morgen auf dem Weg zum Kindergarten fühle ich die warme Hand meines Sohnes in meiner und empfinde das als etwas Besonderes, etwas Schönes. Es ist ein Glücksgefühl, das ich schon mit meiner inzwischen 12-jährigen Tochter hatte, als sie noch so klein war. Dieses Gefühl nenne ich Lebensglück und es gibt im Laufe der Zeit, die man mit Kindern verbringt, Hunderte vielleicht Tausende solcher Momente. Momente, die mich glücklich machen. Momente, die mich lachen lassen.

So freue ich mich über die Nachdenklichkeit eines Kindes wie hier: „Papa, weist Du wahas? Wehenn ein Kind keine Eltern hat und keine Schwester, dahann ist das ganz alleine.“. – Was zeigt, wie wichtig meinem Kind die Familie ist.

Oder, nach einer kleinen Auseinandersetzung: „Na gut. Ausmannweise darfst Du noch mal in mein Zimmer.“ – Erste Abgrenzungen.

Und, als mein Söhnchen damals (4 Jahre) einmal nicht ausreden konnte: „Jetzt hast Du mich ganz verredet!“.

Als besonders schön empfinde ich das nächtliche oder morgendliche Kuscheln, wenn die Kleinen ins elterliche Bett kommen.

Herumalbern, Karussell fahren bis zu grüner Gesichtsfarbe, sich vom Papa jagen lassen, bis einem vor lauter Gekicher und Lachen fast die Luft ausgeht oder einfach nur ein wenig Kräfte messen in einem kleinen Ringkampf, alles das ist Lebensfreude pur. Die ist uns vielleicht als Erwachsenen in dieser Form schon abhandengekommen, kehrt aber zurück mit den Kindern, wenn wir das zulassen.

Warum schreibe ich das?

Weil mir seit geraumer Zeit auffällt, wie wenig den meisten Eltern ihre Kinder bedeuten, wie wenig Interesse sie an ihnen haben, wie wenig sie sich mit ihnen beschäftigen. Sie werden ständig abgestellt, weggeschickt und abgewimmelt. Im Kindergarten geparkt, danach vor die Glotze oder den Computer gesetzt oder bei Nachbarn abgegeben.
Ja, ich weiß, das alles ist auch unserer hektischen Zeit und unseren hohen materiellen Ansprüchen geschuldet. Der Druck am Arbeitsplatz und, und, und.

Machen wir uns da nicht etwas vor? Ist es denn nötig zwei, oder drei Autos im Haushalt zu haben? Brauchen wir jedes Jahr mindestens eine Renovierung und einen Satz neuer, billiger Tropenholzmöbel? Müssen Unterhosen gebügelt und die Wohnung mindestens einmal am Tag geputzt werden?

Die Fragen, die sich Paare stellen sollten, bevor sie Kinder in die Welt setzen, müssen lauten:
Wollen wir Kinder und warum?
Sind wir bereit, ein paar Dinge aufzugeben?
Was erwartet uns dann?

Ich finde: „Es lohnt sich auf Dinge zu verzichten und Kinder zu haben. Die oben geschilderten Glücksmomente sind groß an der Zahl und unvergesslich. Wenn wir eines Tages alt sind, werden wir nicht mehr die materiellen Dinge schätzen, sondern uns gerne an unsere Kinder erinnern und vielleicht auch froh über liebevolle Zuwendungen von ihnen sein.


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