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The Moon Landing

von: Swantje - 03•08•13

Ich schlug die Augen auf. Wo bin ich? Was mach ich hier?  Das waren im Moment die wichtigsten Fragen, die ich zu stellen wusste. Ich schaute auf und sah einen kleinen Blechhaufen, der auf seinen winzigen Rädern quietschend um mich herum fuhr. Dann blieb er stehen und neigte den Kopf. Sichtlich amüsiert schaute er auf mich herab. Plötzlich fing ich an, ein Pochen oder Zucken in meinem Arm zu spüren. Es waren keine Schmerzen, sondern eher ein Schweregefühl, das meinen Arm nach unten zog. Bei näherem Hinsehen bemerkte ich, dass mein rechter Arm nicht mehr aus Haut und Knochen bestand. Er bestand aus Metall und Drähten. Pure Technik. Rote Knöpfe blinkten und als ich mich umdrehte, sah ich meinen eigentlichen menschlichen Arm auf dem Boden liegen. In diesem Augenblick fühlte ich 2 Dinge: Eine besondere Art von Angst und grenzenlose Verwirrung.

Bild: The Moon Landing: Der Roboter Kapsle (by Swantje)

The Moon Landing: Der Roboter Kapsle

Ich stand auf, ging ein Stück und blieb wieder stehen, weil der kleine rollende Blechhaufen an meinem Hemd zog. Schließlich begriff ich, dass es ein kleiner Roboter war. Leicht verärgert blickte ich in seine freundlichen Augen. Sein liebenswürdiger Blick entlockte mir ein Lächeln. Er nahm meinen Arm und zog mich mit sich. Wir gingen nicht lange. Hinter einem Krater fanden wir das, was der Roboter mir zeigen wollte. Es war ein zerstörtes Raumschiff, das großflächig in allen Einzelteilen herum lag. Dann viel mir alles wieder ein…

Es war offenbar Morgen, doch die Sonne schien nicht wie sonst, es war dunkler und ich wusste nun wieder warum. Die Erde war kurz davor zu explodieren. Unsere letzte Möglichkeit am Leben zu bleiben war, die Erde zu verlassen. Da einige Experten das schon vor vielen Jahren voraus sehen konnten, erklärte man den Mars zum möglichen neuen Lebensraum. Viele Forscher, Naturwissenschaftler, Techniker, Bauarbeiter, Wissenschaftler und Spezialisten des Fachbereichs Chemie taten sich zusammen und bearbeiteten den Mars so, dass er wie die Erde funktionierte. Sie errichteten eine große Stadt.

Als dann der Aufbruch kam, versammelten sich alle bei den großen Raumschiffen. Zum Glück war die Weltraum Technik schon so weit, dass wir während der Reise in den Weltraum auch ohne Helm atmen konnte, so wie auf der Erde. Wir waren gestartet, die Erde im Rücken… an mehr konnte ich mich nicht mehr erinnern. Was war passiert? Ich schaute fragend in die Ferne.

Wissend sah der Roboter zu mir auf und fing plötzlich an zu reden: „Ich glaube es ist an der Zeit mich vorzustellen. Ich bin Kapsle 3000 und du bist auf dem Mond gelandet.“ Ich zog die Augenbrauen hoch. Aber… ich… wie… was… wie war das passiert? Ich guckte auf Kapsle 3000 der anscheinend noch mehr wusste als er gesagt hatte.

„Du bist abgestürzt.“ erklärte Kapsle 3000. Er bemerkte meinen fragenden Blick und begann zu erzählen. „Als die Erde explodierte, gab es einen großen Knall, so laut, dass ich es bis nach Mooncity hörte. Alle Roboter des Mondes versammelten sich, um das große Spektakel mit erleben zu können. Dabei sahen wir auch die vielen Raumschiffe, die von der Erde starteten. Die Raumschiffe flogen an uns vorbei in Richtung Mars. Doch drei Raumschiffe wurden von Teilen der explodierenden Erde getroffen. Zwei von ihnen knallten mit voller Wucht nahe unserer Stadt auf den Mond. Nur das 3. konnte nicht gefunden werden. Das war das Raumschiff, in dem du warst.“

Kapsles Blick sank nach unten. „Weißt du es ist so, wir Roboter sind dazu gemacht worden zu arbeiten und zu regieren. Auf keinen Fall sollten wir Roboter Gefühle haben. Doch hin und wieder gibt es Fehler bei der Produktion. Genau wie bei mir. Bei mir wurde eine Platine vergessen. Die Platine, die uns nach Macht und Arbeit streben lässt. Alle hier sagen ich sei ein kleiner, unnützer, eben ein fühlender Computer. Ich wurde verjagt und werde nur wieder in die Gemeinde aufgenommen, wenn ich ihnen ein Erdenmännlein bringe. Ansonsten bin ich ein Verräter. Wenn ich mich mit einem Menschen verbünden würde, wäre ich schrottreif.“

Ich trat einen Schritt zurück. War Kapsle doch nicht so freundlich, wie ich am Anfang dachte? Meine eingeschlafenen Reflexe erwachten und ich ergriff die Flucht. Kapsles Arme jedoch waren schneller. Sie packten mich geradewegs am Hosenbund. Ich spürte seine kleinen kalten Roboter Finger, die mich seltsam sanft zurückzogen. Seine sehr starken Arme pflanzten mich, im Schneidersitz, neben sich auf den Boden und er schaute mir mit seinen immer gleichbleibend freundlichen Augen in meine. Es verschwand meine plötzliche Angst der letzten Minute.

Mit der metallenen, aber freundlichen Stimme meinte er, dass er niemals einen Freund verraten oder ausliefern würde. Gefühlte 5 Minuten saßen wir nur da und lächelten. Ich fand zuerst die Sprache wieder und sagte: „Ich denke es ist an der Zeit, dir auch meinen Namen zu verraten. Ich heiße Ginger. Schön, dass ich dir in die Hände gefallen bin, mein kleiner Freund. Sag mal was ist eigentlich mit meinem Arm passiert, ich meine dem echten?“ Kapsle antwortete ironisch: „Ach den hab ich aus Spaß abgehackt.“ Wir lachten und dann erklärte mir Kapsle, dass er zerquetscht worden war. Er hatte mich repariert. Das sah jetzt alles nach einer langen Freundschaft aus.

Bild: The Moon Landing: Der Beginn einer Freundschaft zwischen Ginger und Kapsle (by Swantje)

The Moon Landing: Der Beginn einer Freundschaft zwischen Ginger und Kapsle.

„The Moon Landing“ war ein Aufsatz zum Thema „Sience Fiction“, den ich im Alter von 12 Jahren schrieb.

Text: (The Moon Landing – Die Mondlandung) von Swantje

Bilder: (Zeichnungen zu „The Moon Landing“) von Swantje

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2 Kommentare

  1. Sabienes sagt:

    Swantje: Ich hätte nicht gedacht, dass du diese Geschichte bereits mit 12 Jahren geschrieben hast. Du hast wirklich Talent!
    Außerdem solltest du darauf achten, immer ein Handtuch bei dir zu führen 😉
    Sabienes

    • Swantje sagt:

      Vielen Dank. Freut mich, dass die Geschichte so gut angekommen ist. 🙂

      LG
      Swantje