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UEFA EURO 2012

Ende gut, alles gut.

von: Manni - 02•07•12

Die diesjährige EM brachte so einiges ans Tageslicht. Die UEFA EURO 2012 war schon ein wenig anders, ein kleines bisschen seltsam und doch eine gute Europameisterschaft. Es fehlte hier und da an Toren und das war m. E. der Veränderung im europäischen Fußball zu verdanken.

Da gab es die kämpferischen, mit viel Herz spielenden Außenseiter (z. B.: Polen, Ukraine, Griechenland, Dänemark), die nur mit wenigen, technisch versierten Spielern ausgestatteten und taktisch armen Mannschaften (z. B.: England, Schweden, Niederlande, Tschechien, Russland, Frankreich), die hier und da einen Coup landeten und es gab die wirklich weitgehend erstklassigen Teams wie Spanien, Deutschland und mit gaaanz vielen Abstrichen und Fragezeichen auch noch Italien.

UEFA EURO 2012 - Der begehrte Europapokal

UEFA EURO 2012 – Der begehrte Europapokal

Klar, das ist das nur meine persönliche Sicht auf die ganze EM. Dennoch spreche ich ja auch mit anderen am Fußball interessierten Menschen und die sind ähnlicher Meinung. „Aus deutscher Sicht ist die UEFA EURO 2012 eher ein wenig enttäuschend gelaufen …“, bemerken die meisten dazu. Ist das richtig?

Ich finde, das ist nicht richtig. Die deutschen Jungs haben eine schwere, aber ausgezeichnete Gruppenphase gespielt. Es gab überraschend auffällige Spieler wie Boateng oder Khedira, die ich als nicht so stark eingeschätzt hatte. Der größte Teil der Mannschaft rief mehr als 85 % seiner Leistung ab. Das ist nach so einer langen Saison und einer sehr kurzen Vorbereitung ein Spitzenwert. Auch die Spanier wirkten in einigen Spielen ein bisschen überspielt oder ausgepowert.

Für mich waren die besten deutschen Spieler: Neuer, Hummels, Khedira, Özil, Boateng und Gomez. Einer, der nur einen Teil seiner Kraft und seines Könnens auf den Platz bringen konnte, war Schweinsteiger. Auch Lahm und Badstuber haben kleine Schwächen gezeigt und Müller fand nicht richtig Tritt. Die Frischlinge Reus, Schürrle und Bender gaben jeweils hervorragende Einstände. Alles in allem war das eine sehr gute  Mannschaftsleistung. Jogi Löw ist als Trainer überhaupt nicht in Frage zu stellen, natürlich macht auch ein Perfektionist mal den einen oder anderen Fehler. Gegen Italien wollte er vielleicht ein bisschen zu viel. Aber gewinnen wollten wir alle und die Idee gegen Italien anders zu spielen war gut. Dieser Plan ist aber nicht aufgegangen. Dennoch hat die deutsche Mannschaft eine tolle Europameisterschaft gespielt und es muss nicht immer der 1. Platz, der Sieg in so einer Runde sein. Jungs, ihr habt uns tolle Spiele beschert, weiter so.

Italien hat dem Fußball schon so viel „Schande“ bereitet und durfte trotz der vielen Skandale an der UEFA EURO 2012 teilnehmen –  ich hätte es lieber gesehen, sie wären zu Hause geblieben. Ja, ich weiß, sie haben ein paar gute Spiele gemacht, aber einen großen konzeptionellen Wandel kann ich da noch nicht sehen. Allerdings war ich angenehm darüber erfreut, dass die italienischen Kicker mit auffallend wenigen Fouls auskamen und nicht gleich auf dem Rasen lagen, wenn sie von einem Gegner angeatmet wurden. Es spuckte auch keiner einen Gegner an oder machte abfällige Bemerkungen über die Schwester eines Gegners (oder sollte mir da etwas entgangen sein?). Das Spielen auf Zeit war auch fast nicht zu sehen.

Die Engländer wollten wohl endlich mal ein Elfmeterschießen gewinnen, schließlich ging es ja nicht gegen die Deutschen. Das war wohl nix. Spielerisch haben sie längst den Anschluss an den Fußball auf dem Festland verloren. Einige gute Einzelspieler, denen der Kapellmeister noch modernen Fußball beibringen muss.

Die Spanier sind verdient Europameister geworden. Auch deren Schwächen wurden zum Teil aufgedeckt und auch sie machten ungewöhnlich viele Fehler am Anfang der EM. Auch gegen Portugal sahen sie nicht so gut wie sonst aus. Was sie allerdings auszeichnet ist, dass sie nach wie vor sehr ökonomisch das Tempo ihres Spiels steuern können und eine schier unglaubliche Sicherheit in ihrem Passspiel haben. Außerdem bewegen sie sich so zum Ballführenden, dass immer mindestens 2 Anspielstationen da sind. Hinzu kommt die vehemente Rückeroberung verlorener Bälle. Die Qualität jedes einzelnen Spielers ist Weltspitze und jeder ist auf seiner Position sicher im Sattel. Angefangen beim Torwart, über die Abwehr und das Mittelfeld bis zum Sturm gibt es keine wirklichen Schwächen. Gratulation an die Gewinner der UEFA EURO 2012.

Text: „UEFA EURO 2012“ von Manni

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Bild mit vom Blogstandard abweichenden Rechten:

„Europa Pokal“ von DrabikPany Namensnennung

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2 Kommentare

  1. Sabienes sagt:

    Ich bin ja nicht so der Experte …
    Aber mich hat Khedira am meisten überzeugt.
    Gomez vielleicht auch, wenn man unter dem Kilo Haarspray mal den wahren Gomez finden könnte.
    Und außerdem haben die Spanier sehr verdient gewonnen. Wir können von Glück reden, dass wir nicht gegen die haben antreten müssen. Die hätten uns auf den Grill geschmissen.

    Außerdem kann ja nur immer einer gewinnen 😉

    LG
    Sabienes

    • admin sagt:

      Wohl wahr, Khedira ist in Spanien enorm gereift. Gomez ist einfach ein Knipser, dafür ist er da. Die Haare wirken in ihrem Wetlook immer ein bisschen italienisch, viel Olivenöl drauf. 🙂 Ich weiß nicht, ob die Spanier uns gegrillt hätten …