Computer und ich (1)

Wie Rechner mein Leben begleiteten

Zum Ende eines alten, oder Beginn eines neuen Jahres könnte ich natürlich, wie viele andere auch, einen Jahresrückblick schreiben. Beim Nachdenken darüber erschien mir das allerdings sehr banal. Ich dachte abschweifend daran, wie Computer und ich überhaupt zusammenkamen und wie diese Dinger mein Leben begleiteten. Das wird vor allem für meine jüngeren Blogleser interessant sein, die zum Teil eine Welt ohne Computer gar nicht kennen.

Computer und ich in Kindheit und Jugend

Als ich ca. 7 Jahre alt war, gehörten für mich Computer noch zu einer fiktiven Welt. Ich las Comics jeder Art und zu einigen gehörten auch die Erfinder wie z. B. Daniel Düsentrieb (Donald Duck), Knox (Fix & Foxi) u. a., die alle schon mit Computern arbeiteten. Sie waren nicht real aber ich fand sie schon spannend.

Als gegen Ende der 60er Jahre die ersten „echten“ elektronischen Taschenrechner auf den Markt kamen, konnte ich mich kaum von den Ausstellungsgeräten in den Kaufhäusern lösen. Mir einen solchen zu kaufen, war mangels ausreichenden Budgets für mich unmöglich. Aber die Anziehungskraft künstlicher Intelligenz auf mich wuchs zusehends.

Computer und ich: Pong mein erstes Videogame
Computer und ich: Pong mein erstes Videogame

Eine ganz andere Form von Computern zog mich dann in den beginnenden 70er Jahren in ihren Bann: Spielautomaten, Flipper, Videospiele und in der logischen Folge die Arcadespiele. Einfache Geldspielautomaten verloren schnell ihren Reiz. Viel interessanter und erheblich unterhaltsamer waren die Flipper und Videospiele. Ein kleines Vermögen gab ich damals dafür aus, diese „Maschinen“ zu besiegen.

Mit diesen Tisch-Spielen: Pong, Space Invaders und ab 1980 natürlich Pac-Man begann ich Arcadegames spielen. Neben den Spielen der 70er Jahre gab es ab 1974 auch programmierbare Taschenrechner von Texas Instruments und Hewlett Packard, da musste ich einen von haben. Zum ersten Mal programmierte ich, wow!

Computer und ich: Mein geliebter Pac-Man
Computer und ich: Mein geliebter Pac-Man

Als ich 1975 als Aushilfe beim Finanzamt arbeitete, musste ich mit vielen anderen jungen Menschen beim Erfassen der Handakten in die EDV (für die jüngeren: Elektronische Datenverarbeitung) helfen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren in den hessischen Finanzämtern lediglich die persönlichen Daten der Steuerpflichtigen auf Lochkarten erfasst worden. Wir durften nun monatelang in ein Formular mit dem Amtsnamen: L 124 , die Daten per Hand in vorgegebene Kästchen eintragen. Diese mussten Tippsen dann per Tastatur und Bildschirm in den Großrechner eintragen. Mühsam oder?

Die Computer und ich werden Freunde

Danach trat eine Pause von ca. 5 Jahren ein, in denen ich fast nichts mit Computern zu tun hatte. Erst Bundeswehr, dann Gammelzeit und am Ende der Einstieg in den Verkauf, des damals wohl größten japanischen Elektronikkonzerns. Dort bekam ich nach ein paar Jahren auch intensiven Kontakt mit Großrechnern, welchen ich schnell und ausgiebig nutzte, um etwas dazu zu lernen. Ich machte auch ein paar „Gehversuche“ in Cobol-Programmierung, hegte mehr Interesse und begann mein neues Wissen auch an Synthesizern einzusetzen. Nach ein paar Jahren war erst mal Stillstand in der Entwicklung der „Beziehung“ Computer und ich.

Plötzlich hieß es: Mein Computer und ich

Anfang der 80er Jahre kam Commodore mit dem C64 (*1982 – †1994) auf den Markt und 1986 hatte ich dann auch einen davon, mit Datasette. Mein erster Computer und ich hatten ein nahezu persönliches Verhältnis. Der „Kleine“, wie ich ihn auch nannte, war unglaublich. Natürlich spielte ich zunächst damit, begann aber bald, erst in Maschinenschrift, Hexcodes und kurz danach mit der viel bequemeren Sprache Basic, die unserer menschlichen Sprache schon recht nahe kam, richtige Programme zu schreiben. Irgendwann hatte ich dann auch die 5¼“ – Diskette (Wabbelscheiben) als Speichermedium und mit ihr mein erstes Floppy-Disk-Laufwerk, das gute alte VC 1541 von Commodore.

Pizza Bestellprogramm: Scharfe Pilze mit Salami
Pizza Bestellprogramm: Scharfe Pilze mit Salami

Ein schönes Beispiel für unsinnige Programme war übrigens das überflüssige Pizza-Bestell-Programm für den Italiener im selben Häuserblock. Wenn ich Besuch hatte und wir schnell was zu Essen bestellen wollten, warf ich den C64 an, der übrigens als Bildschirm einen kleinen Farbfernseher nutzte, rief das Pizza-Bestell-Programm auf und alle wählten ihre Pizza aus. Zum Schluss auf Drucken (Ja das konnte der auch schon auf einem [7-]Nadeldrucker,) und er rechnete vor dem Druck die Positionen zu einer Summe zusammen. Dann erst folgte der Anruf beim Italiener. 😉

Es folgten nun Programmierversuche für Spiele und das Interesse an Computerspielen brachte mich zu einem neuen Job in der Computerspielbranche.

Wie es weiter ging, könnt ihr hier erfahren: Computer und ich (2) .

Text: ( Computer und ich (1) – Wie Rechner mein Leben begleiteten) von Manni

Bild: (Pizzeria Manfredo ein Pizza-Bestellprogramm ) von Manni

Creative Commons Lizenzvertrag

Bilder mit vom Blogstandard abweichenden Rechten (gemeinfrei): Pac-Man von Balthazar, Pong von Bumm13

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